Los geht's
Foto von EKATERINA BOLOVTSOVA via Pexels.
Gesetzestexte sind sehr komplex und vielschichtig. Weder Sie noch wir sind Juristen, daher soll dieses Modul versuchen, eine vereinfachte Übersicht zum Thema Medienrecht zu geben und Ihnen Quellen zur tiefergehenden Recherche aufzeigen.
Allgemeine Ziele von Medienrechten sind die Nutzung und Nutzbarkeit medialer Inhalte: Zugang zur Infrastruktur, Sicherung der Meinungsvielfalt, Schutz der Mediennutzer (Jugend-, Daten-, Urheberschutz).
In diesem Modul werden wir uns auf drei Aspekte konzentrieren:
- den Überblick über internationale Rechte und nationale Gesetze
- den Überblick über Gesetze zum Schutz von vulnerablen Gruppen sowie Persönlichkeitsrechten
- Hinweise, wie zu Hause eine sicherere mediale Umgebung für Kinder und Jugendliche geschaffen werden kann
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Überblick über internationale Rechte und nationale Gesetze
Die Wahrung der Meinungs- und Informationsfreiheit wird weltweit als bedeutendes und zu schützendes Gut angesehen und ist Teil von zahlreichen Grundsatzdokumenten. Nutzen Sie unser Dokument „Internationale und Nationale Medienrechte“ für eine Übersicht über allgemeingültige Rechte und Konventionen. Eine Übersicht über nationale Mediengesetze und Institutionen verschiedener Länder finden Sie auf der Seite Medialandscapes, die wir unter den Ressourcen der rechten Seite aufgelistet haben.
Überblick über Gesetze zum Schutz von vulnerablen Gruppen sowie Persönlichkeitsrechten
Diverse internationale und nationale Gesetze nehmen auch Bezug auf (kindliche) Mediennutzung. Die UN Convention on the Rights of the Child beschreibt den Zugang zu Informationen als Recht aller Kinder. Erwachsene sollten darauf achten, dass diese Informationen Kinder nicht überfordern oder ängstigen. Die EU veröffentlichte 2022 eine europäische Strategie für ein besseres Internet für Kinder (BIK+) mit dem Ziel, das Kinder online geschützt, respektiert und gestärkt werden.
Neben dem Recht auf Zugang zu Medien werden Kinder durch Gesetze auch aktiv geschützt.
• Jugendschutzgesetz (JuSchG)
In Deutschland regelt das Jugendschutzgesetz einige Bereiche der Mediennutzung von Kindern. Ziel ist der Schutz vor entwicklungsbeeinträchtigenden und jugendgefährdenden Medien sowie die Wahrung der persönlichen Integrität. Institutionen wie die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sowie die Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrollen unterstützen diese Aufgaben. Wie der Jugendschutz in Deutschland funktioniert, zeigt das Video „Wer regelt was? “. Die ausführlichen Informationen zum Jugendmedienschutz sowie Zugriff auf Gesetzestexte wie den Jugendmedienschutzstaatsvertrag haben wir Ihnen verlinkt.
• Datenschutz
Seit 2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO), die in allen Mitgliedsstaaten übergreifend die Verarbeitung personenbezogener Daten regelt und Nutzer schützen soll. Der Artikel „Urheberrecht, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte in der Jugendmedienarbeit. Konsequenzen der Digitalisierung“ gibt einen Einblick in die weiteren Herausforderungen im Umgang mit digitalen Medieninhalten. Warum wir unsere Daten schützen sollten, erklärt das Video „Datenschutz einfach erklärt“ , die Seite „Privatsphäre und Big Data“ gibt Tipps beim Schutz der eigenen Daten.
• Urheberrecht
Fotos, Texte, Filme oder Musiktitel – all diese erstellten Werke genießen Urheberschutz. Der Erschaffer allein hat damit das Recht, das Werk zu veröffentlichen, zu verkaufen oder zur Nutzung freizugeben. Erfahren Sie mehr über Urheberrechte in der EU oder in einzelnen Ländern auf der Seite der Europäischen Kommission.
Zu Hause eine sicherere mediale Umgebung für Kinder und Jugendliche schaffen
Was können Eltern tun, um Ihre Kinder im Umgang mit Medien zu begleiten und sie vor gefährdenden Inhalten zu schützen? Zunächst ist es sinnvoll, die Nutzung von Medien im Haushalt zu besprechen und gemeinsam Vereinbarungen zu treffen. Tipps zum Umgang mit Medien in der Familie bietet die Seite Klicksafe – Geregelter Umgang mit digitalen Medien.
Weiterhin ist es wichtig, mit Kindern altersgerecht über mögliche Risiken zu sprechen. Das Video So wirst du zum Internet-Profi - 5 Tipps fürs (Über-)Leben im Internet! Kann als Unterstützung oder Vorbereitung dienen.
Besonders bei jüngeren Kindern ist außerdem die Nutzung von Jugendschutzprogrammen zu empfehlen. Informieren Sie sich in dem Artikel Was leisten Kinder- und Jugendschutzprogramme über Angebote und ihre Wirkung.
Übung
Führen Sie den Privat-o-mat durch und schauen Sie, wie viel von Ihrem Wissen zum Thema Datenschutz Sie im Alltag selbst anwenden.
Probieren Sie selbst einen Kinderbrowser aus und stellen Sie die Jugendschutzeinstellungen auf einem Ihrer Geräte an, um Fragen zu Wirkung und Einstellung im Elternabend besser beantworten zu können.
Was Sie in diesem Kurs lernern
- Sie sind in der Lage, die zentralen Inhalte der Gesetze zum Datenschutz, zum Urheberrecht, zum Jugendmedienschutz und zu den Kinderrechten zu nennen.
- Sie sind in der Lage, die Gültigkeit der Gesetze auf nationaler oder internationaler Ebene zuzuordnen.
- Sie sind in der Lage, zuzuordnen, ob die Gesetze für Erwachsene und/oder für Kinder und Jugendliche gelten.
- Sie sind in der Lage, Methoden für einen besseren Datenschutz zu beschreiben.
- Sie sind in der Lage, Inhalte zu Datenschutz, Urheberrecht und Persönlichkeitsrechten so zu übersetzen, dass sie für Kinder und Jugendliche verständlich sind.
- Sie sind in der Lage, Methoden anzuwenden, um Eltern und Kinder bei der Erziehung zu begleiten.
- Sie sind in der Lage, Sicherheitseinstellungen zu benennen, ihre Grenzen und Vorteile zu erläutern und sie richtig zuzuordnen.
- Sie sind in der Lage, die Sicherheitseinstellungen auch auf unbekannten Geräten anzupassen und anderen das Verfahren zu beschreiben.
Tipps für MediaParent-Berater*innen
Schutzprogramme helfen, Kinder vor ungeeigneten Inhalten fernzuhalten. Um langfristig den kritischen Medienumgang zu schulen und dauerhaft Kompetenzen aufzubauen, sollten Eltern die Mediennutzung jedoch auch aktiv begleiten. Nur so sind Kinder gewappnet, auch außerhalb des elterlichen Schutzraumes sicher mit Medien umzugehen.
Tipps, wie Eltern ihre Kinder bei der Mediennutzung begleiten können:
- Gemeinsame Nutzung von Medien – Eltern können mit ihren Kindern deren Lieblingssendungen schauen oder Computerspiele ausprobieren
- Auseinandersetzung mit den kindlichen Interessen und Akzeptanz der medialen Themen der Kinder
- (gemeinsam) sinnvolle und geeignete Medieninhalte auswählen
- Medien kreativ nutzen – nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren
- Medieninhalte gemeinsam besprechen und kritisch hinterfragen
Nutzen sie auch altersgerecht aufbereitete Videos, mit denen Eltern ihre Kinder für den Umgang mit Online-Medien zu sensibilisieren können. Diese Videos können Ausgangspunkt für gemeinsame Gespräche sein. Ein Beispiel finden Sie in unseren Ressourcen: Mirko allein im Netz - So surfen Kinder sicher im Internet
Versuchen Sie auch beim Thema Jugendschutz und Datensicherheit keine Angstkulisse aufzubauen. Digitale Medien bergen Risiken, die es zu erkennen gilt und bei deren Bewältigung Kinder und Jugendliche unterstützt werden müssen. Vergessen Sie jedoch gleichzeitig nicht, welche Chancen der aktive, kritische und kompetente Umgang mit Medien bietet.
Ressourcen
Links
Urheberrecht, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte in der Jugendmedienarbeit.
https://www.jugendhilfeportal.de/fokus/digitalisierung-und-medien/artikel/urheberrecht-datenschutz-persoenlichkeitsrechte-in-der-jugendmedienarbeit-konsequenzen-der-digital/
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